NIMM DIR ZEIT TEIL 1

Zeit. Zeit ist, neben der Liebe und der Gesundheit, das wertvollste Gut das wir haben. Warum? Weil, wenn sie einmal verbraucht ist, man sie nie wieder zurückholen kann. Weder Liebe, Gesundheit noch Zeit kann man kaufen. Sie ist. Wenn ich Glück habe und sie pflege, dann bleiben die Liebe und die Gesundheit. Aber die Zeit verrinnt stetig. Ich kann sie nicht anhalten oder aufsparen. In einem Seminar das ich einmal besuchte, verteilte der Trainer ganz einfache Papiermeter, solche, die es auch bei Ikea zum Abreißen gibt. Im ersten Schritt musste ich diesen Meter genau da abreißen, wo ich glaubte, das Zeitliche zu segnen. Im zweiten Schritt riss ich dann mein tatsächliches Alter von dem Meter ab. Und plötzlich wurde mir klar, dass mein Fokus im Leben ein anderer werden muss, denn ich hielt nur noch 38 cm in meiner Hand – und dass dieses Stück nie wieder länger werden wird, sondern nur mit jedem Tag kürzer.

In dem Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ beschreibt die Autorin zwei Punkte, die zu diesem Thema ungemein gut passen. „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet“ und „Ich wünschte, ich hätte mir mehr Freude gegönnt.“ Wenn ich am Sterbebett diese Gedanken habe, dann habe ich ganz klar ein Problem, denn es ist zu spät.

Steve Jobs sagte einmal in einem seiner letzten Interviews sinngemäß: „Ich bin nun am Ende meines Lebens und einer der erfolgreichsten Männer der Welt. Jetzt ist mir klar, dass ich von alldem, was ich geschaffen habe, nichts mitnehmen kann, außer meine Erinnerungen.“
Es gibt ja auch das Sprichwort „Am meisten bereut man nicht die Dinge, die man getan hat, sondern die, die man nicht getan hat“.

Aber wie oft in unserem Leben vergeuden wir tolle und wertvolle Lebenszeit, indem wir uns Dinge aufhalsen, die wir in diesem Moment eigentlich nicht wollen, obwohl wir das Leben genießen möchten. Wir lassen uns so oft in Verpflichtungen treiben und geben uns selbst Aufgaben auf, die uns unter Druck setzten, der eigentlich nicht notwendig ist.

Ein paar Beispiele:

Kennst du auch die Situationen, in denen man 10 Sachen auf einmal machen möchte, man aber nicht eine auf die Reihe bekommt, weil sich alles im Kopf dreht? Den ganzen Tag arbeitest du und arbeitest, aber am Ende des Tages hast du das Gefühl, dass nichts passiert ist? Dir graut schon wieder vor dem nächsten Tag, weil es da genau so chaotisch weitergeht! Eigentlich ganz klar, in solchen Situationen verletzten wir ein ganz wichtiges Lebensgesetz. Das Gesetz der Konzentration. Alle Energie fließt da hin, wo mein Fokus liegt.

Schon die alten Huna sagten: „Energie fließt dort, wohin die Aufmerksamkeit geht.“ (Makia). Das bedeutet, wenn ich mich mit mehreren Aufgaben gleichzeitig beschäftige, auch wenn es nur in meinem Kopf ist, streue ich die Energie und spalte sie auf. Logischerweise bleibt dann für die einzelnen Aufgaben ein zu kleiner Teil übrig um diese schnell, gut und effektiv abzuarbeiten. Um das zu lösen ist der einfachste Weg eine schriftliche Liste zu erstellen, mit allen Aufgaben, die ich im Moment in meinem Kopf trage. Bitte immer schriftlich, denn, wenn ich es lesen kann, bekommt es plötzlich eine ganz andere Priorität bekommt. Dann die Aufgaben der Wichtigkeit nach nummerieren. Jetzt erst fangen wir an, die Liste von oben nach unten, nacheinander abzuarbeiten. Eins nach dem anderen. Und es ist auch wichtig, zwischen den Aufgaben eine kleine Pause von etwa 5 Minuten zu machen. Damit kann ich auch im Kopf mit der erledigten Aufgabe abschließen und mich mit voller Energie auf die nächste einlassen. Es wird auch passieren, dass, wenn man sie auf der Liste sieht, Aufgaben gar nicht mehr so wichtig erscheinen, oder es plötzlich egal ist, wenn sie erst einen Tag später erledigt werden. Aber eines ist sicher: wenn ich mich Schritt für Schritt mich ans Abarbeiten mache, bin ich produktiver, konzentrierter und vor allem schneller und kann dadurch meine freie Zeit genießen.

Weiters möchte ich noch einmal auf das „Zweiseiten-Ich“ eingehen.

Es kennt doch jeder die Situationen, in denen man auf beiden Schultern jemanden sitzen hat, der einem immer versucht, einem etwas ins Ohr zu flüstern. Zwei so kleine Teufel, die genau das Gegenteil von dir möchten. Was ich zuerst betonen möchte ist, dass es beide Teufelchen mit dir nur gut meinen. Jedes versucht, dir nur zu deinen Gunsten etwas zu flüstern. Ich hatte gestern ein sehr nettes Gespräch zu diesem Thema und ich möchte das hier als Beispiel verwenden. Stell dir zum Beispiel vor, du hast dir selber eine Aufgabe gestellt die du heute erledigen möchtest. Wobei ich dazu sagen muss, dass die terminliche Vorgabe von dir selbst kommt. Während du nun versuchst, deine Sache zu erledigen, siehst du aus dem Fenster und es ist das geilste Wetter, das du dir vorstellen kannst. Deine Gedanken beschäftigen sich plötzlich nicht mehr mit deiner Aufgabe, sondern mit dem Bedürfnis, in die Sonne gehen zu wollen. Und dann geht’s los im Kopf. Plötzlich ist man unmotiviert und bringt gar nichts mehr weiter. Nun, jedes Teufelchen meint es gut mit dir. Das eine ermahnt dich, doch deine Aufgabe zu erledigen, und das andere, auf dich und deine Wünsche einzugehen. Eine Möglichkeit aus diesem Gedankenkarussell zu entkommen, ist es, die beiden miteinander auszuhandeln (auszusöhnen). Das bedeutet, gib beiden recht und schließ einen Deal. Entweder sagst du, okay, ich mach noch 2 Stunden und geh dann raus oder du gehst jetzt und vereinbarst mit dir selbst einen neuen Zeitpunkt, an dem du dich wieder deiner Aufgabe widmest. Wichtig ist dabei aber, dass du deine Deals immer einhältst. Tust du das nicht, wirst du dir über kurz oder lang selbst nicht mehr trauen und das Ganze funktioniert nicht mehr.

Es geht dabei nicht darum, seine Aufgaben einfach zu verschieben, sondern darum, seine Energie zu fokussieren. Solange ich diesen Handel nicht schließe, werden sich meine Gedanken immer wieder teilen und ich habe nur die halbe Energie für mein Vorhaben. Das bedeutet auch, es wird nicht so gut und ich verliere wichtige Lebenszeit nur mit dem Hadern mit mir selbst. Mach ich hingegen eine Pause und tu einfach das, wonach mir eben in der Situation ist, kann ich mich danach wieder aufgeladen und mit voller Energie meiner Aufgabe widmen.

Im nächsten Blog gehe ich noch weiter auf genau dieses Thema ein.

Bis dahin

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